
An der ALS-Ambulanz der Charité startet ein Pilotprojekt zur Anwendung des neuen „ALS-Stifts“, der von Ambulanzpartner entwickelt wurde. Ziel ist eine präzisere und standardisierte Erfassung der Handmotorik bei Menschen mit ALS.
Der ALS-Stift misst zwei zentrale Parameter: die Kraft des Zeigefingers (Druck auf den Stift) sowie die Beweglichkeit des Daumens (Geschwindigkeit der Klickbewegung). Dadurch sollen erstmals differenzierte Rückschlüsse auf die Beteiligung des zweiten Motoneurons (verminderte Kraft) und des ersten Motoneurons (verminderte Beweglichkeit im Sinne einer reduzierten Klickrate) möglich werden. Diese differenzierte Datenerhebung ist für die systematische Charakterisierung von ALS-Phänotypen von großer Bedeutung.
Eine weitere Anwendung liegt in der frühzeitigen und präzisen Erfassung von Therapieeffekten – sowohl in klinischen Studien als auch bei individuellen Therapieversuchen (Off-Label-Behandlungen oder Heilversuche).
Die erfassten Daten werden digital ausgewertet und im zeitlichen Verlauf dargestellt. Dies ermöglicht eine deutlich genauere Analyse motorischer Veränderungen. Ergänzend zum etablierten ALSFRS-R-Fragebogen bietet das System eine wesentlich feinere Quantifizierung motorischer Funktionen. Die Daten werden zudem in der ALS-App angezeigt.
Das Pilotprojekt beginnt zunächst an der Charité mit Testungen im Rahmen von Ambulanzvisiten. Mittelfristig sollen weitere ALS-Ambulanzen einbezogen werden. In einem nächsten Schritt ist vorgesehen, dass ausgewählte Patienten den ALS-Stift auch zu Hause nutzen können.
Link: https://www.ambulanzpartner.de/als-stift-digitale-prazision-forschung/
Autor: Thomas Meyer

