









Vom 24. bis 26. Juni 2026 fand in Madrid das jährliche Treffen des European Network to Cure ALS (ENCALS) statt. Der Kongress gilt als wichtigstes europäisches Forum für den wissenschaftlichen Austausch zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Neurologinnen und Neurologen, Forscher sowie Study Nurses der ALS-Ambulanz der Charité präsentierten aktuelle Ergebnisse aus klinischer Forschung, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen ALS-Zentren in Deutschland sowie mit Ambulanzpartner entstanden sind.
Im wissenschaftlichen Programm war die Arbeitsgruppe mit einem Vortrag, der Leitung einer wissenschaftlichen Sitzung sowie sieben Posterbeiträgen vertreten. Dr. Susanne Spittel stellte aktuelle Ergebnisse zu funktionellen Einschränkungen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium vor. Dr. André Maier leitete eine wissenschaftliche Veranstaltung mit Kurzvorträgen zu neuen Forschungsergebnissen.
Die Posterbeiträge befassten sich mit folgenden Themen:
- Intraindividuelle Fluktuationen von Neurofilament (NfL) und deren Implikationen für die NfL-Analyse (Philipp Schmitt)
- Langzeitergebnisse der Tofersen-Therapie bei SOD1-assoziierter ALS über 45 Monate (Peggy Schumann)
- Digitale Erfassung der Wirkung von Dextromethorphan/Quinidin auf bulbäre Symptome (Marie-Thérèse Henke)
- Erwartungen von Menschen mit ALS an blickgesteuerte Steuerungssysteme für Elektrorollstühle (Ronja Schiemann)
- Digitale ALSFRS-R-Selbsterfassung mit der ALS-App im klinischen Alltag (Senthil Subramanian)
- Charakterisierung proximaler Arm-onset-Phänotypen mithilfe der ALS-OPM-Klassifikation (André Maier)
- Prognostische Bedeutung der ALS-OPM-Klassifikation für die ALS-Prognose, für NfL und das Überleben bei der ALS (Thomas Meyer)
Das ENCALS Meeting bot neben der Vorstellung neuer Forschungsergebnisse die Möglichkeit, multizentrische Studien zu planen, Daten gemeinsam zu diskutieren sowie internationale Kooperationen und den Austausch mit Biotech-Unternehmen weiterzuentwickeln. Der kontinuierliche Austausch zwischen klinischen Zentren und Grundlagenforschung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren und therapeutischer Ansätze bei ALS.

